Zwei Seeländer kreieren feinste Schokolade – Gebrüder Grimm Schokoladenmanufaktur, Lüscherz

Währenddem ich unsere Blogtexte schreibe, trinke ich normalerweise Kaffee. Normalerweise. Beim jetzigen Text trinke ich zwar auch einen Kaffee, verköstige dazu aber noch Schokolade. Ja, ich lasse sie mir regelrecht in meinem Mund zergehen und versuche, Aromen wie Trockenfrüchte und Waldhonig herauszuschmecken. Die Aromen gehören nicht zu irgendeiner Schokolade, sondern zur 73-prozentigen Bean-to-Bar-Schokolade (dazu später mehr) mit fair und direkt gehandelten Kakaobohnen aus Manabi in Ecuador. «Die Arriba Nacional ist unsere Lieblingsbohne», sagen die beiden Hersteller Marc und Steve Grimm. Weil Simone und ich finden, dass Schokolade absolut hervorragend zu Kaffee passt, besuchen wir die beiden Brüder in ihrer noch jungen Manufaktur in Lüscherz. Und nicht zuletzt auch, weil wir Fan sind von solch genialer, und vor allem süssen, Seeländer Handarbeit.

Handarbeit ist das Stichwort. Marc und Steve stellen fünf von ihren Schokoladen im sogenannten Bean-to-Bar-Verfahren her. Das heisst, dass sie von der Bohne bis zur fertigen Tafel alle Produktionsschritte, wie zum Beispiel das Rösten der Bohnen oder das Conchieren der Schokoladenmasse, selber übernehmen. Schokolade pur also, ohne Vanillin oder andere künstliche Aromastoffe. «Nur Kakaomasse und Rohrrohrzucker», sagt Marc. Die Bohnen beziehen die Lüscherzer, neben Ecuador, bei ihren Partnern in Kolumbien und Kamerun. Währenddem Marc uns davon erzählt, hält er den Jutesack mit den ecuadorianischen Kakaobohnen in Simones Kamera. «Unser Partner Jorge ist stolz, wenn seine Jutesäcke fotografiert werden.» Wie viele Tafeln die beiden denn herstellen können, mit so einem Fünfzig-Kilo-Sack Kakaobohnen? Das gebe etwa 1500 Tafeln à 70 Gramm, so Marc. Staunend gehen wir rüber in den anderen Raum, in dem Steve gerade Tafeln verpackt.

Steve ist es übrigens, der vor fünf Jahren an den ersten Kakaobohnen-Röstversuchen in Mutters Backofen tüftelte. «Nachdem ich mir ein Tutorial übers Schoggi herstellen angeschaut habe», erzählt er uns. Wie wir heute sehen können, eine grandiose Idee. Aber klar, ein Tutorial schauen alleine reicht natürlich nicht, um solch feinste Schokolade herstellen zu können. «Wir sind beide gelernte Köche.» Marc ist gleichzeitig Hotelier und Steve Konditor-Confiseur. Darüber hinaus und, wie wir finden, das wohl wichtigste für ihr gemeinsames Projekt: «Wir lieben Schokolade über alles!»

Darum sind die beiden stets dran, ihre Rezepte zu verfeinern und nicht zuletzt auch komplett neue Kreationen zu entwickeln: Für den Sommer zum Beispiel, überlegen sich Marc und Steve (Eis)tee aus Kakaoschalen herzustellen. «Eine prima Alternative, da der Sommer nicht grad die Schoggi-Hochsaison ist», so Marc. Weiter ist da die Idee von Schnaps, ebenfalls aus Kakaoschalen, und was unser Brunchherz besonders freut: Aus den sogenannten Kakao-Nibs könnte bald ein Frühstücksmüsli werden. Zudem liefern die beiden Bruch-Schokolade an den einen «Unverpackt-Laden» in Bern. Es lohnt sich also, ab und zu die Website oder die Social-Media-Kanäle der Gebrüder Grimm zu checken. Und an der Stelle frage ich euch; an was denkt ihr, wenn ihr die beiden Wörter Gebrüder und Grimm lest?

Es liegt quasi auf der Hand, dass sich die beiden was Tolles überlegt haben, wenn man denn schon genau gleich heisst wie die berühmten «Märchen-Brüder»: Neben der Bean-to-Bar-Schoggi kreieren Marc und Steve ihre Märchenschokolade. Den drei Damen Rapunzel, Aschenputtel und Rotkäppchen widmeten die beiden schon je eine Tafel. Das besondere an diesen Schokoladen? Die Geschichten bestimmen deren Zutaten und auch deren Aussehen. Uns gefällt die Rotkäppchen-Schokolade besonders gut: Es ist Ruby-Schokolade mit Waldbeeren und getrockneten Waldblümchen (siehe Bild oben). Und so gut wie sie aussieht, schmeckt sie übrigens auch. Apropos schmecken. Von meiner eingangs erwähnten Schoggi ist mittlerweile nicht mehr viel übrig. Sie ist einfach zu gut! Was aber bleibt ist Simones und meine Begeisterung für das, was die beiden in ihren zwei Räumen in Lüscherz alles zaubern – und das mit so viel Herzblut und Elan! Was da wohl noch alles kommen mag?

Gut zu wissen

Die Schokoladentafeln könnt ihr bei Marc und Steve Grimm entweder via Online-Shop bestellen oder an diversen Standorten im Seeland kaufen:

– Dorflädeli, Lüscherz – Frischmärit Bichsel, Täuffelen – Stedtli-Chäsi, Aarberg – Weingut Hämmerli, Ins

– Kafoj, Altstadt Biel

Schoggigeschenk? Auf Wunsch könnt ihr die Schoggis von den Gebrüder Grimm personalisieren lassen. Mehr dazu ebenfalls auf der Website oder einfach grad direkt anrufen.

Gebrüder Grimm Schokoladenmanufaktur Hauptstrasse 50, 2576 Lüscherz

+41 79 299 66 99, www.grimm-schokolade.ch

Facebook: Grimm Schokolade

Instagram: brothersgrimm.chocolate

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