Kaffee mit Holz – zu Besuch bei der Bieler Rösterei Caffè Cocuma

«Ihr zwei seid bestimmt Cappuccino-Trinkerinnen», begrüsst uns Fabio Fornaro in seiner Rösterei Caffè Cocuma am Bieler Längfeldweg. «Ertappt» und voller Vorfreude nicken wir und schon surrt die Kaffeemaschine. Die dunkle, goldbraune Flüssigkeit endet in einer eleganten Tasse. Gekonnt und mit sichtlicher Liebe zum Detail zaubert Fabio Fornaro das Milchmuster auf den Cappuccino. Fertig. Ein Schluck genügt um im (nicht übertrieben) siebten Kaffeehimmel zu schweben. Dazu lassen wir unsere Blicke durch den Raum schweifen – die Liebe zum Detail sehen wir an jeder Ecke. Was dahinter steckt, werden wir gleich erfahren. Ihr habts gemerkt, für einmal gehen wir nicht frühstücken oder brunchen – wir besuchen eine in der Schweiz einzigartige Rösterei.

Ein Holzscheit für 15 Kilo Kaffee

Den unverwechselbaren Cocuma-Geschmack bekommen Fabio Fornaros Mischungen – inzwischen sind es deren fünf – wegen dem speziellen und vor allem CO2-neutralen Röstverfahren. «Ich bin der einzige in der Schweiz, der mit Holz röstet», erklärt er und zeigt uns gleichzeitig die Maschine und die sorgfältig aufgetürmten Holzscheite. Für 15 Kilo Kaffee brauche er nur ein einziges Holzscheit. Seit der gebürtige Italiener vor fünf Jahren mit seinem Kaffee-Projekt begonnen hat, steht für ihn der ökologische Aspekt an erster Stelle. Das Gebäude der Firma L. Klein AG, in dem die Rösterei seit gut einem Jahr eingerichtet ist, ist vollumfänglich aus Holz gefertigt: keine Schrauben, nirgends Leim. Der Boden ist aus recycelten Pneus, die Wände, inklusive den warmen Farbtönen darauf, aus Lehm und anderen natürlichen Stoffen. Für den nötigen Strom sorgen die Solarpanels auf dem Dach und gespült, gewaschen und Co. wird mit gesammeltem Regenwasser. Das Holz stammt aus der Region und aus einem Wald im Tessin. Das Rösten hat sich der gelernte Metallbauschlosser übrigens zum grössten Teil selber beigebracht. Es sei die Leidenschaft, die ihn antreibe. Und nicht zuletzt ist da auch Talent, wie wir finden.

Ein klarer Fall Mittlerweile ist die Cappuccino-Tasse leer und nach einem ausgiebigen Rundgang durch das wohlriechende Kaffee-Lager und das komplette Gebäude sind wir wieder retour in der Rösterei. Apropos Cappuccino, wie trinkt eigentlich ein solch leidenschaftlicher Kaffeeröster seinen Kaffee am liebsten? Was wir bereits vermuten, antwortet Fabio Fornaro: «Ich bin ein klarer Espresso-Typ.» So zehn Tassen pro Tag trinke er schon, fügt er schmunzelnd hinzu. Ertappt?

Gut zu wissen

Cocuma-Kaffee geniessen: Ab in eines der zwei Bieler Cafés Hasard und Farel Bistro. Die beiden beziehen ihren Kaffee bei Caffè Cocuma. Cocuma-Kaffee für zu Hause: Zwar können die Bohnen bequem online bestellt werden – wir empfehlen aber, Fabio Fornaros schmucke Rösterei persönlich zu besuchen. Bei einem «echten» Espresso oder Cappuccino seine Lieblingssorte zu entdecken, macht einem doch gleich doppelt Freude. Zudem weiht Fabio Fornaro seine Besucher gerne in sein breitgefächertes Kaffee-Wissen ein.

Übrigens, in Neapel nennt man die silberne Mokkamaschine «Cocuma».

Caffè Cocuma, Fabio Fornaro, Längfeldweg 110, 2504 Biel

Tel. 032 341 30 07, info@cocumacaffe.com

www.cocuma.ch

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